Das Versprechen eines berührungslosen Windeleimers klingt nach dem ultimativen Kinderzimmer-Hack im Jahr 2026: Handbewegung, Windeleimer entleeren, fertig, ohne den Deckel zu verunreinigen. Schließlich gilt: Je weniger man anfasst, desto besser, wenn man ein zappelndes Neugeborenes im Arm und ein Feuchttuch in der anderen Hand hält. Aber kann die Technologie tatsächlich mit bewährten manuellen Alternativen wie dem Ubbi oder dem Diaper Genie mithalten?
Ich habe die letzten drei Monate den Ninestars Windeleimer mit automatischem Bewegungssensor im Vergleich zu herkömmlichen Modellen getestet, um herauszufinden, ob die Roboterfunktion hilfreich oder hinderlich ist. Während die AAP-Empfehlungen für sicheren Babyschlaf genau vorschreiben, wie das Babybett aufgebaut werden soll, ist die restliche Einrichtung des Kinderzimmers – insbesondere die Abfallentsorgung – oft ein Spiel mit Versuch und Irrtum. Lassen wir die Marketingversprechen beiseite und schauen wir uns an, ob Batterien im Mülleimer eine geniale Lösung sind oder nur eine weitere Fehlerquelle.
Wichtigste Erkenntnisse
Für alle, die zwischen den Fütterungen schnell etwas aufschnappen:
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Technischer Vorteil: Die vollständig freihändige Bedienung minimiert Kreuzkontaminationen beim Windelwechseln.
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Kosten: Das Gerät ist zwar erschwinglich, die Abhängigkeit von Batterien und ein möglicher Sensorausfall stellen jedoch langfristige Unsicherheiten dar.
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Geruchskontrolle: Es fehlen die druckdichten Luftschleusen von Ubbi oder Diaper Genie; die Wirksamkeit hängt maßgeblich davon ab, ob der Beutel fest verschlossen ist.
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Fazit: Hervorragend geeignet für Eltern, denen Hygiene und herkömmliche Müllbeutel wichtiger sind als absolute Geruchsisolierung.
Design und Konstruktion: Kunststoff gegen die Welt
Mit Blick auf das Jahr 2026 hat sich die Ästhetik im Kinderzimmer hin zu matten Oberflächen und nachhaltigen Materialien verschoben, doch die meisten berührungslosen Abfalleimer, darunter auch der von Ninestars, bestehen weiterhin unverhohlen aus Kunststoff. Direkt nach dem Auspacken fühlt sich das Gerät leicht an – im Vergleich zum Stahlgehäuse eines Ubbi vielleicht sogar zu leicht.
Die Sensoreinheit befindet sich im Deckel, in dem auch das Batteriefach untergebracht ist (in der Regel eine D-Zelle oder eine AA-Batterie, je nach Modell für 2026). Die Oberfläche ist ordentlich und lässt sich leicht abwischen, was für eine hygienische Abfallentsorgung unerlässlich ist. Anders als das satte „Klacken“ eines Treteimers aus Stahl ist der Deckelmechanismus hier jedoch leichtgängig und surrt leise. Er wirkt nicht besonders robust, sieht aber elegant genug aus, um sich in eine moderne Ecke des Kinderzimmers einzufügen.
Das Bewegungssensor-Erlebnis: Magie oder Verzögerung?

Das Kernstück ist der Infrarot-Induktionssensor. In unseren Tests lag die Reaktionszeit bei etwa 0,5 bis 1 Sekunde. Wenn man schnell eine Windel entsorgen muss, bevor sich das Baby umdreht, ist diese halbe Sekunde Verzögerung zwar spürbar, aber noch akzeptabel.
Der „Geistereffekt“
Die Empfindlichkeit ist generell gut; eine Handbewegung aus etwa 15 cm Entfernung über dem Bedienfeld wird erkannt. Die Platzierung ist jedoch entscheidend. Steht der Abfalleimer zu nah am Wickeltisch oder an einem Vorhang, kann es zu ungewollten Öffnungen kommen. Nichts ist so beunruhigend, wie wenn sich der Abfalleimer um 3 Uhr nachts von selbst öffnet, während man versucht, Ruhe zu bewahren.
Profi-Tipp: Halten Sie die Sensorlinse sauber. Ein Fleck Windelcreme auf dem Auge kann die berührungslose Funktion außer Kraft setzen und Sie zwingen, die Tasten manuell zu benutzen.
Geruchsbekämpfungsfähigkeiten
Hier zeigt sich, was wirklich zählt. Spezielle Windeleimer wie der Diaper Genie verwenden ein Klemmsystem, um Gerüche einzuschließen. Die Ninestars und ähnliche Mülleimer mit Bewegungssensor funktionieren im Prinzip wie normale Mülleimer mit einem automatischen Deckel.
Sobald sich der Deckel öffnet, strömt der gesamte Duft des Beutelinhalts herein. Es gibt keine zusätzliche Luftdichtung oder Klappe. Für Neugeborenenwindeln (die relativ geruchsarm sind) ist das kein Problem. Sobald jedoch ab dem sechsten Monat Beikost eingeführt wird, macht sich das Fehlen eines doppelten Verschlusses bemerkbar. Um dem entgegenzuwirken, empfehle ich die Verwendung hochwertiger Duftbeutel oder das Anbringen eines Deodorant-Pods an der Deckelunterseite. Wenn Sie extrem geruchsempfindlich sind, könnte der direkte Öffnungsmechanismus weniger angenehm sein als die Zweikammer-Systeme der Premium-Eimer von 2026.
Nachfüllökonomie: Die versteckten Einsparungen
Ein großer Vorteil der berührungslosen Windeleimer mit Bewegungssensor ist die Unabhängigkeit von herstellerspezifischen Nachfüllkartuschen.
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Das Diaper Genie-Modell: Benötigt spezielle blaue Ringe, die jeweils ca. 7–10 € kosten.
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Das berührungslose Modell: Verwendet jeden handelsüblichen 50-Liter-Müllbeutel.
Laut unserem Windelkostenrechner könnten die jährlichen Einsparungen von 50–80 € bei den Beuteln die Batteriekosten rechtfertigen. Sie sind nicht an ein Abonnement gebunden, was für preisbewusste Eltern ein großer Vorteil ist. Sie können biologisch abbaubare, duftende oder einfach nur im Angebot befindliche Beutel verwenden.
Der entscheidende Faktor: Batterieangst
Jedes Produkt hat eine Schwachstelle, und beim berührungslosen Windeleimer ist es die Abhängigkeit vom Stromnetz. Im zweiten Testmonat gaben die Batterien mitten in einer besonders schlimmen Windelpanne den Geist auf.
Es gibt kein Fußpedal als Notlösung. Sind die Batterien leer, bleibt der Deckel geschlossen, es sei denn, man hebelt ihn manuell mit der Fingermulde auf – was den Sinn eines „hygienischen Abfallentsorgungssystems“ völlig zunichtemacht. Dann muss man in der Notlage im Kinderzimmer nach einem Schraubenzieher und neuen Batterien suchen. Wenn Sie sich für dieses Modell entscheiden, kaufen Sie am besten wiederaufladbare Batterien und halten Sie einen geladenen Ersatzsatz bereit. Ohne Strom ist es nur eine Plastikbox, die man mit den Fingernägeln aufhebeln muss.
Vergleich: Touchless vs. The Titans

Wie schlägt es sich im Vergleich zu den Topmodellen von 2026?
| Funktionen | Ninestars (berührungslos) | Ubbi Steel | Diaper Genie Signature |
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| Öffnungsmechanismus | Bewegungssensor (Batterie) | Schiebedeckel (manuell) | Fußpedal (mechanisch) |
Geruchsverschluss | Einzeldeckel | Gummidichtungen + Stahlgehäuse | Doppelklemmsystem |
Nachfüllpackungen | Standardbeutel | Standardbeutel | Spezielle Ringe |
Material | Kunststoff | Pulverbeschichteter Stahl | Kunststoff |
Schwachstellen | Batterien/Motor | Verschleiß der Dichtungen | Blockieren des Schneidmechanismus |
Der Ubbi punktet beim Geruchsverschluss dank seiner Stahlkonstruktion, erfordert jedoch manuelles Öffnen (Handberührung). Der Diaper Genie überzeugt durch seine Geruchsdichtigkeit, ist aber teurer bei den Nachfüllpackungen. Der berührungslose Eimer punktet mit Hygiene (kein Kontakt), verliert aber an Geruchsisolation während des Öffnungsvorgangs.
Nach drei Monaten praktischer Nutzung hat sich der berührungslose Windeleimer eine Nische erobert. Er ist zwar nicht so geruchsdicht wie der Ubbi und hat auch nicht das unbegrenzte Fassungsvermögen eines Diaper Genie, aber für Eltern, die Angst vor der Verbreitung von Keimen haben, ist die Möglichkeit, Windeln zu entsorgen, ohne etwas zu berühren, ein Luxus, den man nach einer gewissen Eingewöhnungszeit nur ungern wieder missen möchte.
Wenn Sie ein gut belüftetes Kinderzimmer haben und Wert auf Kompatibilität mit Standardbeuteln legen, ist der Ninestars-Windeleimer mit Bewegungssensor eine solide und moderne Wahl. Denken Sie nur daran, einen Ersatzbatteriesatz hinten anzubringen – Sie werden es mir später danken.

