Das Babybettchen ist für frischgebackene Eltern oft der beste Freund – es ist gemütlich, praktisch und hält Ihr Baby in den ersten kostbaren Monaten nah bei Ihnen. Doch irgendwann ist dieser behagliche Schlafplatz nicht mehr die sicherste Option. Zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt für den Wechsel ist, kann verwirrend sein, ist aber ein entscheidender Schritt für eine sichere Schlafumgebung. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die eindeutigen Anzeichen dafür, dass Ihr Baby dem Babybettchen entwachsen ist, und wie Sie den Übergang zum Gitterbettchen so sanft wie möglich gestalten. Für einen umfassenden Überblick über sicheren Babyschlaf empfehlen wir Ihnen unsere Elternratgeber für sicheren Babyschlaf: AAP-Empfehlungen.
Warum der Übergang eine Sicherheitsnotwendigkeit ist
Babywiegen sind für Neugeborene und Säuglinge mit eingeschränkter Beweglichkeit konzipiert. Sie haben niedrigere Seitenwände und sind kleiner als Kinderbetten. Sobald ein Baby aktiver wird, können diese Merkmale ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen, beispielsweise durch Stürze oder Erstickungsgefahr. Die Einhaltung etablierter Sicherheitsrichtlinien ist der beste Weg, Unfälle im Schlaf zu vermeiden.
Anzeichen 1: Ihr Baby überschreitet die Gewichts- oder Größenbegrenzung.
Dies ist die einfachste Regel. Jede Babywiege hat eine vom Hersteller angegebene Gewichtsbegrenzung und oft auch eine Größen- oder Altersbegrenzung. Diese Informationen finden Sie auf einem Etikett an der Wiege selbst oder in der Bedienungsanleitung.
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Typische Gewichtsbegrenzung: Die meisten Babywiegen haben eine Gewichtsbegrenzung zwischen 7 und 11 kg.
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Typische Altersbegrenzung: Viele sind für Babys bis zu 4–6 Monaten geeignet.
Aktion: Überprüfen Sie noch heute die Bedienungsanleitung oder das Sicherheitsetikett Ihrer Babywiege. Sobald Ihr Baby diese Grenze erreicht, sollten Sie mit dem Übergang beginnen. Warten Sie nicht, bis es diese überschritten hat.
Zeichen 2: Ihr Baby kann sich drehen
Dies ist ein entscheidender Entwicklungsschritt, der das sofortige Ende der Verwendung einer Babywiege signalisiert. Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde (AAP) stellt diesbezüglich klar: Sobald sich ein Baby vom Rücken auf den Bauch oder umgekehrt drehen kann, ist eine Babywiege nicht mehr sicher.
Warum ist das gefährlich?
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Sturzgefahr: Durch die geringe Tiefe einer Babywiege kann sich ein mobiles Baby möglicherweise über den Rand lehnen.
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Erstickungsgefahr: Wenn sich ein Baby dreht und sein Gesicht gegen die weichen oder Netzseiten mancher Babywiegen drückt, kann die Atmung behindert werden.
Selbst wenn Ihr Baby das Gewichtslimit noch nicht erreicht hat, ist das Drehen ein zwingender Grund, auf ein Gitterbett umzusteigen.
Anzeichen 3: Ihr Baby kann sich auf Händen und Knien abstützen.
Ähnlich wie das Drehen ist dies ein weiteres wichtiges Zeichen zunehmender Mobilität. Ein Baby, das sich auf Hände und Knie stützen kann, besitzt die Kraft und Koordination, sich möglicherweise über die niedrigen Wände des Babybetts hochzuziehen oder -zudrücken. Diese Fähigkeit entwickelt sich normalerweise im Alter von vier bis sechs Monaten, was dem typischen Zeitraum entspricht, in dem Babys aus dem Babybett herauswachsen.
Anzeichen 4: Ihr Baby sieht einfach zu groß aus.
Abseits der offiziellen Entwicklungsgrenzen und Meilensteine ist es manchmal einfach offensichtlich. Wenn Kopf und Füße Ihres Babys fast die Enden des Babybetts berühren oder es eingeengt wirkt und sich nicht ausstrecken kann, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass es mehr Platz braucht. Ein Baby, das sich wohlfühlt, schläft in der Regel besser, und die feste, ebene Oberfläche einer Gitterbettmatratze ist der sicherste Platz für es.
Wie gelingt der sanfte Übergang vom Babybett zum Kinderbett?
Der Wechsel zu einem neuen Schlafplatz kann ungewohnt sein. Ein schrittweises Vorgehen erleichtert die Umstellung für alle.
1. Das Babybett vertraut machen
Verbringen Sie tagsüber etwas Zeit im Babybett, während Ihr Baby wach ist. Legen Sie Spielzeug hinein und spielen Sie kurz mit Ihrem Baby. So verbindet es das Bettchen positiv mit dem Schlafplatz, bevor es darin schlafen muss.
2. Mit Nickerchen beginnen
Tagsüber schläft Ihr Baby oft leichter, daher ist dies ein entspannterer Zeitpunkt, um die neue Umgebung auszuprobieren. Legen Sie Ihr Baby für das erste Nickerchen des Tages ins Babybett. Nutzen Sie die Wiege weiterhin für die anderen Nickerchen und den Nachtschlaf. Sobald sich Ihr Baby mit einem Nickerchen wohlfühlt, können Sie ein weiteres hinzufügen usw.
3. Eine feste Abendroutine einführen
Die Routine sollte immer gleich sein, egal ob Ihr Baby in der Wiege oder im Babybett schläft. Eine vertraute Abfolge von Ereignissen (z. B. Baden, Schlafanzug anziehen, Füttern, Geschichte vorlesen, singen) signalisiert, dass es Zeit zum Schlafen ist, egal wo man sich befindet.
4. Das Babybett ins eigene Zimmer stellen (optional)
Wenn Sie planen, Ihr Baby für die von der AAP empfohlenen 6 bis 12 Monate im selben Zimmer schlafen zu lassen, können Sie das Babybett in Ihr Zimmer stellen, wo vorher die Wiege stand. Die vertraute Umgebung kann den Übergang erleichtern.
Zu wissen, wann man die Babywiege nicht mehr verwenden sollte, ist entscheidend für sicheren Babyschlaf. Achten Sie genau auf die Gewichts- und Größenangaben des Herstellers, aber noch wichtiger: Beobachten Sie die Entwicklungsschritte Ihres Babys. Sobald Ihr Baby Anzeichen zeigt, sich zu drehen oder hochzudrücken, ist der Wechsel zum Gitterbett nicht mehr optional, sondern aus Sicherheitsgründen unerlässlich. Mit einem schrittweisen Plan gestalten Sie diesen wichtigen Schritt positiv und sicher für Ihr Kind.
Möchten Sie mehr über die Schaffung einer sicheren Schlafumgebung erfahren? Entdecken Sie unseren vollständigen Leitfaden „Sicherer Babyschlaf für Eltern: Empfehlungen der AAP“ für weitere wichtige Informationen.

